Das Frühjahr 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr mit 95 Prozent vom langjährigen Mittel nur geringfügig zu trocken. Grund dafür war der sehr nasse Mai, in dem mit 111 Millimetern fast 150 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge fielen. Der März war hingegen mit 89 Prozent des durchschnittlichen Monatsniederschlags etwas trockener als gewöhnlich und der April mit nur 46 Prozent erheblich zu trocken.
Vor allem der nasse Mai sorgte in diesem Frühjahr für eine vergleichsweise geringe Anzahl an zuschusspflichtigen Tagen: Nur an insgesamt zwölf Tagen musste zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabflüsse am Pegel Villigst Wasser aus den Talsperren des Ruhrverbands abgegeben werden, das sind 30 Prozent weniger Zuschusstage als üblicherweise in einem Frühjahr. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum 2025 hatte es am Pegel Villigst 48 zuschusspflichtige Tage gegeben, also viermal so viele wie in diesem Jahr.
Alle drei Frühlingsmonate 2026 waren wärmer als der jeweilige langjährige Referenzzeitraum: der März um 1,8 Grad, der April um 0,5 Grad und der Mai um 0,8 Grad. Für das gesamte Frühjahr 2026 ergibt das eine Abweichung um 1,1 Grad gegenüber dem Referenzzeitraum und Platz 8 der wärmsten Frühjahre im Ruhreinzugsgebiet seit dem Jahr 1881.
Noch ein Blick auf den Gesamtfüllstand der Talsperren: Der lag zu Frühjahrsbeginn am 1. März nahezu exakt beim langjährigen Mittel (Abweichung minus 0,3 Prozent) und zu Frühjahrsende am 31. Mai um gut 2 Prozent über dem langjährigen Mittel. Damit sind fast 30 Millionen Kubikmeter mehr Wasser in den Talsperren gespeichert als vor einem Jahr. Dennoch muss das in den Talsperren gespeicherte Wasser gerade vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterphasen behutsam bewirtschaftet werden – für lange Phasen mit hoher Zuschusspflicht ebenso wie zur Minderung etwaiger Hochwasserspitzen bei Starkregenereignissen, indem Freiraum in den Talsperren vorsorglich freigehalten wird.
Frühjarsbilanz 2026: Auf trockenen April folgte viel Regen im Mai
Montag, 15. Juni 2026 (11:53 Uhr)